Tarif in der Druckindustrie
Für die Druckindustrie verhandeln ver.di und der Bundesverband Druck und Medien die Tarifverträge. Der Manteltarifvertrag regelt Arbeitszeit, Zuschläge, Urlaub und weitere Rahmenbedingungen. Seit Mai 2025 gilt ein neu vereinbarter Manteltarifvertrag, der bis Ende 2027 läuft. Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt im Westen 35 Stunden und im Osten 38 Stunden. Die Tarifverträge sind öffentlich, du kannst sie bei der Gewerkschaft oder beim Verband nachlesen. Diese Regeln gelten in tarifgebundenen Betrieben, also in Mitgliedsbetrieben der Arbeitgeberverbände mit Tarifbindung.
Viele Betriebe ohne Tarifbindung
Ein Teil der Druckereien, besonders kleinere Betriebe, Digitaldruckereien und Siebdruckbetriebe, ist nicht tarifgebunden. Dort regelt der Arbeitsvertrag Lohn, Arbeitszeit und Zuschläge. Vergleiche Angebote deshalb nicht nur am Stundenlohn, sondern auch an Wochenarbeitszeit, Urlaubstagen und Zuschlägen. Ein Betrieb mit etwas niedrigerem Stundenlohn und kürzerer Wochenarbeitszeit kann am Ende besser passen. Frag auch, ob Überstunden in Spitzenzeiten, etwa vor Messen oder im Weihnachtsgeschäft, ausbezahlt oder mit Freizeit ausgeglichen werden.
Schichten, Maschinen und Verantwortung
- Schichtmodell: Rollen- und Verpackungsdruckereien arbeiten oft in drei Schichten, auch am Wochenende
- Maschinengröße und Verfahren: Großformat, Rollenoffset oder Mehrfarbenmaschinen verlangen mehr Erfahrung
- Rolle in der Besatzung: Maschinenführer tragen Verantwortung für Qualität und Ablauf, Helfer unterstützen
- Zusatzaufgaben: Farbmanagement, Anlernen neuer Kollegen oder Wartung
Gehälter auf dieser Seite
Typische Gehälter für häufige Stellen:
Tarifbindung, Region, Schichtzuschläge und Erfahrung verändern das tatsächliche Einkommen. Verbindlich ist der Arbeitsvertrag.
Zuschläge richtig einrechnen
In Mehrschichtbetrieben machen Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit einen spürbaren Teil des Einkommens aus. In tarifgebundenen Betrieben regelt der Manteltarifvertrag, welche Zeiten zuschlagspflichtig sind. In anderen Betrieben steht es im Arbeitsvertrag. Rechne deshalb mit dem Schichtplan, den du tatsächlich arbeiten wirst, und frag nach, ob Zuschläge auch im Urlaub und bei Krankheit berücksichtigt werden.
Wer an mehreren Maschinentypen und Verfahren arbeiten kann, ist im Betrieb vielseitig einsetzbar. Das kann bei der Einstufung und bei der Wahl der Schichten helfen. Halte deshalb fest, an welchen Maschinen du eingewiesen wurdest und welche Aufgaben du selbstständig übernimmst.
Im Gespräch klären
Frag nach der Zahl der Schichten, nach Wochenendarbeit und danach, wie Maschinenstillstände und Rüstzeiten organisiert werden. Kläre auch, ob du als Maschinenführer oder als zweiter Drucker eingestellt wirst, denn davon hängen Aufgaben und Einstufung ab. Wenn du neu in einem Betrieb anfängst, frag, wie lange die Einarbeitung an der Maschine dauert.